Grundangeln am Forellenteich

An manchen Tagen ist die auftreibende Grundmontage für Forelle jeder Schleppmontage haushoch überlegen. Nicht selten fängt man mit ihr die größten Fische des Tages.

Der Einsatz einer Grundrute gibt einem die Möglichkeit konzentriert mit der anderen Rute den Teich mit geschleppten Ködern abzusuchen. Aber oft gibt es auch Angeltage, an denen man nur auf stationäre Köder fängt.
Gegenüber einer normalen Posenmontage bietet eine auftreibende Grundmontage den unschätzbaren Vorteil, daß sie nicht durch Wind und /oder Strömung abgetrieben werden kann. Eine in den Zulauf eines Teiches positionierte Grundmontage besitzt praktisch eine Fanggarantie.
Die einfachste Montage entspricht der allgemein bekannten Grundmontage: Birnenblei, Gummiperle, Wirbel und Vorfach.
Bei mittleren bis großen Entfernungen kommt auch ein Anti-Tangle-Boom zum Einsatz, das ich bei nahen Distanzen bis 10 m Entfernung ablehne, weil es die Schnur für die Übertragung von Bissen in einen ungünstigen Winkel bringen kann.
Als erste Vorfachlänge haben sich 50 bis 70 cm bewährt, die ungefähr um einen halben Meter verlängert wird, wenn es eine gute halbe Stunde keinen Biß (mehr) in dieser Vorfachlänge gab. Da man wurftechnisch Probleme bekommt, wenn die (maximal) benötigte Vorfachlänge aufgrund der Teichtiefe länger als die Rutenlänge wird, sollte man hierbei eine Rutenlänge von wenigstens 3,00 m bevorzugen. Die meisten Forellenteiche sind kaum tiefer und mit einem, beim Wurf auf dem Boden sauber abgelegten Vorfach, kann man dann immer noch 1 bis 1 1/2 Meter überbrücken. Größere Überlängen sind nicht empfehlenswert, da man sonst meist Probleme beim Keschern bekommt (Blei an der senkrecht gehaltenen Rutenspitze und dennoch noch etliche Meter zum Fisch, der dann kaum noch kontrollierbar ist). Deshalb haben einige Spezialisten an sehr tiefen Anlagen gerne eine lange Bolognese-Rute in der Tasche - manchmal dort der einzige Weg zum Fisch.
Alternativ kann man natürlich mit entsprechenden Auftriebskörper auf dem Vorfach und einem Schnurstopper auf der Hauptschnur arbeiten. Allerdings ist dann eine solche Selbsthakmontage nichts für sehr vorsichtig beißende Forellen; besonders bei größeren Gewichten.
Wenn die Oberfläche erreicht ist, verkürzt man das Vorfach so lange, bis der Köder wieder knapp 50 cm über den Grund schwebt. Wichtig ist es, daß der Köder auftreibend gemacht wird, er somit vom Grund hin zur Wasseroberfläche auftreibt. Dies erzielt man durch einen Kombinationsköder mit schwimmenden Forellenteig oder mit einzelnen Styropor-Kügelchen. Noch fängiger wird die Geschichte, wenn man den Auftrieb des Köders so variiert, daß er möglichst langsam die gesamte Vorfachlänge vom Grund aus auftreibt. An Tagen, an denen die Forellen besonders gut auf diese auftreibende Köderpräsentation beißen oder man aktiv über den Grund (aufwärts) fischen möchte, um die Forellen möglichst schnell zu finden, verwendet man anstatt eines Birnenbleies besser ein Schleppblei, wie es unter Schleppangeln beschrieben ist.
Eine weitere Variante sind (möglichst sehr) langsam sinkende und kleine Sbiros (Sinkegwicht 0,5 - 1 g). Wenn man dann zusätzlich entsprechende Auftriebskörper (Styroporkügelchen) aufs kurze Vorfach zieht, kann man alle Wassertiefen im Zeitlupentempo abtasten. Anstatt den Sbiro mit einem Stopper zu fixieren, kann man die Hauptschnur auch zwei mal durch den Sbiro ziehen - bei Gewaltwürfen meist die bessere Methode. Ich habe schon recht oft erlebt, daß selbst vorsichtig beißende Forellen in aller Ruhe ein 6-g-Birnenblei durch den Teich getragen haben. Entsprechend wenig kümmern sich die dann auch um den kleinen Sbiro, den sie gegebenenfalls durch den Teich ziehen, bevor man einen Anschlag setzt.

Da viele Anlagen einen recht weichen Gewässergrund besitzen, führen die bekannten Standard-Montagen mit Sarg-, Birnen- oder Olivenblei recht häufig zu Fehlbissen, da dort das Blei zuweilen recht tief in den Gewässergrund einsinkt und so einen freien Schnurabzug verhindert. Von Bleien an einem entsprechenden Seitenarm rate ich ab, da sich dieser beim Auswerfen sehr häufig mit dem Rest der Monatge verwickelt.
Die beste Lösung wäre deshalb ein Durchlaufgewicht, das im Verhältnis zum relativen Sinkgewicht eine realtiv große Oberfläche besitzt, wodurch es entsprechend weniger in den Gewässergrund einsinkt. Nach wenigen Überlegungen landet man deshalb sehr schnell bei den Sbirolinos, die man ohnehin mit in der Gerätekiste hat.
Ergänzung: Seit einiger Zeit gibt es von Exori den sogenannten Exori Trout Project Bodentaster. Vom Prinzip her ähnelt der Bodentaster dem Tiroler Hölzl. Allerdings steht es zuverlässig am Boden des Gewässers, während vor allem schwere Tiroler Hölzl am Gewässergrund meist umkippen. Darüber hinaus besitzt es ein so geringes Unterwassergewicht, dass es sich beim leichtesten Zug vom Boden löst. Dadurch wirbelt es beim Weiterziehen praktisch keinerlei Bodenbelag auf, der die Forellen den Köder im worst case unauffindbar machen kann. Dadurch ist er optimal, wenn man grundnah, langsam und deshalb möglichst unauffällig in der kalten oder sehr warmen Jahreszeit (in sehr teifen Gewässern) die dort "parkenden" Großforellen an den Haken bekommen möchte.


Wenn ich nicht unmittelbar mit einem Biß rechne (der Köder liegt nicht in einem Forellenschwarm und die Bisse erfolgen nicht innerhalb einer Minute), lege ich die Grundrute mit zur Wasseroberfläche geneigten Spitze auf einen Rod-Pod ab. Wie beim Karpfenangeln verwende ich einen elekt. Bißanzeiger, einen Swinger (oder Einhänge-Bißanzeiger) und einen Schnurclip. Durch den Swinger bleibt die Schnur ständig unter Spannung, wodurch der elekt. Bißanzeiger auch Bisse registriert,
bei denen der Fisch auf die Rute zuschwimmt. Da die Schnur vor der Rolle mit einem Schnurclip fixiert ist, kann mit geöffnetem Schnurbügel geangelt werden. Dies ist sehr wichtig, da eine Großforelle ohne weiteres die Rute ins Wasser ziehen kann, wenn sie losspurtet.
Wenn man einen direkten Biß erwarten kann, fische ich mit aufrechter Rutenspitze, geöffnetem Schnurbügel und wenn möglich ohne Schnurclip. Registriere ich nun einen Biß (Schnurabzug), nehme ich die Rute in die Hand und erfühle vorsichtig mit Zeigefinger und Daumen den Kontakt zum Fisch. Wenn ich ein schlucken des Köders registriert habe, schließe ich den Schnurbügel und setze einen sanften Anhieb.

Wenn anfüttern erlaubt (!) ist, kann man die (ruhende) Montage um einiges effektiver machen, wenn anstatt des Birnenbleies ein sogenannter Madenschwamm verwendet wird. Hierbei handelt es sich in der Regel um ein Birnenblei, das sich in einem grobmaschigen Kunststoffzylinder befindet. Vor dem Einwerfen wird der Madenschwamm für einige Minuten in die Madendose gelegt (Deswegen empfiehlt es sich auch , zwei Madenschwämme zu verwenden und ihn nicht direkt auf die Hauptschnur aufzuziehen.), was zur Folge hat, daß Maden hineinkrabbeln. Im Wasser krabbeln sie dort wieder hinaus und ergeben somit einen attraktiven Futterplatz für (Groß-) Forellen.....
Ebenso schöne Erfolge haben wir schon damit verbucht, daß wir anstatt des Binrnenbleies ein Feederkörbchen verwendeten, welches mit aufgewichten Forelli und mit einer halben Brausetablette aus dem Supermarkt gefüllt war. Das Sprudeln der Tablette erzeugt eine Forelli-Wolke, die vom Grund bis zur Wasserfläche steigt. Somit werden praktisch die Forellen in allen Wasserschichten auf den auftreibenden Köder aufmerksam gemacht.

 Grundangeln am Forellenteich auf Forellen

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